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Pulpitis 2017-04-27T18:31:50+02:00

Pulpitis

Was bedeutet „entzündeter Zahnnerv“ und welche Arten von Nerventzündungen gibt es? Hier wird erklärt, warum und wie einem das Zahninnere manchmal auf den Nerv gehen kann.

Zahnnerventzündung

Der Zahn besteht anatomisch aus mehreren Schichten. Die äußerste sichtbare Schicht ist der Zahnschmelz. Darunter folgt das Dentin (Zahnbein).

Dieses wird im Kronenbereich vom Zahnschmelz im Wurzelbereich (nicht sichtbar) vom Zahnzement umgeben. Im Innern des Zahnes, im Bereich des Dentins, befindet sich die Pulpahöhle, in der ein Nerv-Gefäßsystem eingemauert ist – der Zahnnerv. Von jedem Zahn geht ein Nerv-Gefäßstrang ab und vereinigt sich zu größeren Gefäßnetzen im Kopfbereich.

Aufgrund eines nicht behandelten kariösen Defektes, einer Zahnfraktur, einem Trauma (Schlag, zu fester Aufbiss, zahnärztliche Behandlung) oder einer tiefen Zahnfleischtasche, kann sich ein Zahnnerv entzünden. Auch nach einer kieferorthopädischen Behandlung mit Zahnbewegungen, Kieferhöhlenerkrankungen und allgemeine hämatogene Faktoren können eine Pulpitis hervorrufen.

Es ist eine Abwehrreaktion des Zahnnervens aufgrund der eingedrungenen Bakterien.

Symptome der Pulpitis

Die Symptomatik kann eine erhöhte Empfindlichkeit auf Kalte- oder Warme Speisen/ Getränke sein. Der Schmerz lässt nach, wenn der Reiz wieder weg ist. Möglich sind in diesem Stadium aber auch  heftige Spontanzahnschmerzen die in alle Richtungen ausstrahlen können.

Reversible Pulpitis

Wie bei jeder Entzündung, reagieren auch die Zahnnervgefäße mit einer verstärkten Durchblutung, um mehr Abwehrzellen an den Ort der Schädigung zu schaffen. Bis dahin handelt es sich um eine reversible Pulpitis, welche nach der entsprechenden Behandlung des Zahnes vollständig ausheilen und der Zahn vital erhalten werden kann.

Verläuft der Entzündungsprozess weiter, geht die reversible Pulpitis in eine irreversible Pulpitis über und zum Erhalt des Zahnes muß eine Wurzelkanalbehandlung erfolgen.

Da die Pulpahöhle aus starren Zahnwänden besteht, ist ein Anschwellen, wie z.B. bei anderen Entzündlichen Prozessen einem Pickel o.ä.…  nicht möglich. Die entzündungsbedingte Drucksteigerung führt zur Schädigung des Nerv-und Gefäßsystem im Zahn. Geht die Entzündung in eine Vereiterung über, ist der Zahn deutlich wärme- und klopfempfindlich – der Zahn wirkt „länger“. Heftig pochende Zahnschmerzen – auch ohne auslösenden Reiz – sind möglich.

Toter Zahn – Nekrose

In diesem Stadium stirbt das Nervgewebe ab, es kommt zur Pulpanekrose (Verwesung des Nervgewebes). Die Schmerzen können abklingen. Durch bakterielle Fäulnis kommt es zur Zersetzung des Gewebes. Da dieses nekrotische Gewebe für Entzündungen an der Wurzelspitze und eine Belastung für den Körper verantwortlich ist, muß es im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung entfernt werden.