Gingivitis 

Zahnfleischentzündung

Zahnfleischentzündungen können viele Ursachen haben und harmlos oder Vorbote einer Krankheit sein. Lesen sie, wann und wie Sie sich selber helfen können und wann sie zu uns kommen sollten.

Zahnfleischentzündung Behandlung

Jeden Zahn umgibt im Bereich des Zahnfleischkragens, dort wo er den Kiefer verlässt, eine kleine Zahnfleischtasche, ein Spalt, der zwischen dem Zahn und dem Zahnfleisch besteht. Wenn dieser Bereich gesund ist, so dichtet die Manschette diesen ca. 2mm tiefen Spalt ab. Kommt es aber zu Plaqueanlagerungen und wird der Manschettenbereich des Zahnfleisches besonders aggressiven Bakterien ausgesetzt, wird er durchlässig und der Zahnfleischrand beginnt, sich zu entzünden. Zahnfleischbluten ist das unspezifische Zeichen einer solchen Entzündung.

Plaquebedingte Gingivits

Wenn nur der Zahnfleischrand im Bereich um den Zahn herum entzündet ist, spricht man von einer Gingivits. Das Zahnfleisch ist gerötet und kann bei Berührung teilweise stark bluten. Einzelne Bereiche können schmerzhaft sein.

Therapeutisch sollte möglichst ursächlich behandelt werden; Hinweise zu einer Veränderung der Mundpflege, professionelle Zahnreinigung und ggf. Applikation einer Salbe können zu einer vollständigen Abheilung führen. Eine Gingivitis ist reversibel!

Parodontitis

Ist die Entzündung weiter fortgeschritten und betrifft neben dem oberen Zahnfleischrand auch den tiefergelegenen Faserapparat und Kieferknochen, spricht man von einer Parodontitis. Als Folge der Entzündung bauen sich Haltefasern und Kieferknochen ab und der Zahn wird irreversibel locker und kann schließlich ausfallen

Aphten

Diese extrem schmerzhaften Defekte in der Schleimhaut treten meist an der Zunge oder der Wangen- und Lippenschleimhaut auf. Seltener auch am Zahnfleischrand. Sie haben meist eine weisslich-gelbe Oberfläche. Die Ursache von Aphtenbildung ist unklar. Am ehesten kommt eine lokal gestörte Autoimmunreaktion in Frage. Auch Stoffwechselstörungen sollen eine Rolle spielen können. Aphten heilen nach 1-2 Wochen folgenlos ab.

Bissverletzungen und Brandverletzung der Schleimhaut

Solche traumatischen Verletzungen können in allen Mundbereichen auftreten. Neben der Schmerzlinderung (z.B. durch betäubende Salben) ist die nachträgliche Infektion der Wunden wichtigstes Ziel. Da die Zahnbürste in den Wundbereichen zu schmerzhaft ist, empfehlen wir milde Mundspüllösungen und die Verwendung einer Munddusche.

Zahnfleischentzündung durch Medikamente

Eine häufige und oft falsch erkannte Nebenwirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten ist eine rote Wucherung des Zahnfleischrandes. Dieser kann eine blumenkohlartige Oberfläche bekommen und trotz guter Pflege sehr leicht und stark bluten. Hier nehmen wir Kontakt mir Ihrem Hausarzt auf und erörtern die Veränderung Ihrer Medikation.

Zahnfleischentzündung Hausmittel

Entzündungen sollten möglichst ursächlich behandelt werden. Symptomatisch entlasten desinfizierende Mundspüllösungen (z.B. Chlorhexidin 0,1%ig) die Mundschleimhaut von Bakterien. Bei oberflächlichen Entzündungen helfen Myrrhe, Teebaumöl, Kamille oder Salbei bei der Regeneration des Zahnfleischs.

So simpel es klingt: bei bakterieller Entzündung hilft Zähneputzen am Besten….

Keinesfalls sollten Sie aber schmerzhafte Bereiche massiv bearbeiten, sondern mittels vorsichtiger, gründlicher Reinigung bearbeiten.

Zahnfleischentzündung Schmerzen

„Leider“ tut eine bakterienbedingte Zahnfleischentzündung lange Zeit nicht weh; „leider“, weil so die wichtige Warnfunktion solcher Entzündungen oft ignoriert wird. Wenn der Bereich bereits schmerzhaft ist, ist die Entzündung oft bereits weit fortgeschritten.

Schmerzhaft sind vor allem Aphten oder Bißverletzungen; kommen Sie in Zweifelsfällen zu uns und lassen Sie sich helfen.

Zahnfleischentzündung: Homöopathie

Trotz guter Mundhygiene und regelmäßiger Kontrolluntersuchungen kann es immer wieder zu Entzündungserscheinungen der Mundschleimhaut kommen. Unterschiedlichste Ursachen kommen hier zum Tragen und oft allem eine Dysbalance der Stoffwechselfunktionen zugrunde. Es ist deshalb wichtig, die Symptome im Mundraum ganzheitlich, d.h. im Zusammenhang mit der allgemeinen Körpersituation zu betrachten. Homöopathische Mittel können den Körper wieder in sein Gleichgewicht führen und so auch die Schleimhautsituation stabilisieren.

Zahnfleischentzündung: was tun?

Wenn Sie einen entzündeten Bereich wahrnehmen und Sie sicher sind, dass das Zahnfleisch und nicht der benachbarte Zahn oder dessen Wurzel die Ursache ist, dann reinigen Sie den Bereich (wenn die Zahnbürste zu weh tut, dann ein Wattestäbchen in desinfizierendes Mundwasser tauchen, reinigen und den Bereich anschließend z.B. mit Kamillentinktur betupfen). Sollte nach 2 Tagen keine deutliche Besserung aufgetreten sein, melden Sie sich bitte bei uns.

Autor: Sebastian August, Zahnarzt / 22.2.2013